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Der einfache Rucksack ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Egal ob beim Trekking, Fahrradfahren, Wandern oder auch bei einem einfachen Stadtbummel durch die Straßen, überall ist der Rucksack als treuer Begleiter immer mit von der Partie. Kein Wunder, denn er existiert schon so lange, dass man recht gern vergisst, wie hoch eigentlich sein Alter ist.
Kaum zu glauben, doch die Geschichte des Rucksack`s ist so alt wie die Menschheit selbst. Bereits in der Jungsteinzeit, etwa 3300 Jahre vor Christus, wurden schon Transporthilfen verwendet, die dem heutigen Rucksack in der Funktionsweise recht ähneln. Es war wahrscheinlich schon zur damaligen Zeit für die Jäger und Sammler logisch gewesen, Sachen auf dem Rücken zu tragen. Beispielsweise wurde mit Hilfe einfacher Schlaufen, ähnlich der heutigen Hüft- und Schultergurte, Waffen oder Jagdgut befödert und erleichterten dem Menschen somit schon recht früh das Transportieren schwerer Lasten. Doch es hatte noch weitere Vorteile Sachen auf dem Rücken zu tragen, nämlich der freien Hände zum Klettern und Abstützen, oder auch im Notfall zu kämpfen. Wandmalereien aus Ägypten und Steinzeithöhlen zeigen deutlich, dass schon zu dieser Zeit Tragehilfen verwendet wurden. Durch die Weiterentwicklung des Menschen vom Jäger & Sammler zum sesshaften Landwirt, rückte die Bedeutung von Rucksack ähnlichen Tragegestellen immer mehr in den Vordergrund.
Bei vielen Historikern fängt die Geschichte des Rucksack`s etwa in der Mitte des 17. Jahrhunderts an, als anstatt einem Heer aus Gelegenheitskriegern die ersten homogen Armeen durch Soldaten gebildet wurden. Neben der einheitlichen Ausbildung in Kampftechniken und dem Umgang mit Waffen, gehörte auch die Bekleidung sowie die Verwendung von identischen Tragegeräten, wie der Tornister zur damaligen Ausrüstung dazu.
Doch man kann allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass im Militärbereich die Nutzung von Rucksäcken oder ähnlichem, schon wesentlich älter ist. Denn spätestens allein die römischen Kriegsherren rüsteten ihre Soldaten schon mit relativ einheitlichen Tragegeräten aus. Zudem waren Soldaten in der Regel auf Wanderschaft und mussten, ohne dadurch im Kampf zusätzlich behindert zu werden, ein gewisses Maß der eigenen Verpflegung selbst tragen. Zur damaligen Zeit verstanden schon große Strategen, wie Gaius Julius Cäsar oder Gnaeus Pompeius Magnus soviel von der Kriegskunst, dass sie wussten, wie entscheidend eine gut organisierte Versorgung und Nachschub der Soldaten zum Sieg eines Kriegseinsatzes führen konnte. Ob schon damals die Rucksäcke im heutigen Sinne gleichförmig waren, sei dabei dahingestellt. Es ist aber stark anzunehmen, dass die Wichtigkeit einer standardisierten Grundausrüstung für den Soldaten, nicht erst im Anfang des 19. Jahrhunderts begriffen wurde.
Der Tornister/Rucksack des Soldaten wurde in der Zeit von der Renaissance bis zum zweiten Weltkrieg immer weiter entwickelt. So wurde das Platzangebot immer Umfangreicher. Die ersten Brustriemen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts beim preußischen Tornister eingeführt. Die nach hinten ziehende Last wurde an den Oberkörper gebunden. Durch den Brustriemen wurde der Tragekomfort des Rucksack`s erhöht und ließ sogar größere Lasten zu. Gegen Ende des 19. Jahrhundert entfiel aber der Brustriemen wieder, da durch die Vereinheitlichung von Koppel und Munitionstasche zu einem gemeinsamen System wurde. Gut 100 Jahre später tauchte er allerdings bei Rucksäcken im privaten Bereich wieder auf. Beispielsweise sind Trekking-Rucksäcke damit ausgestattet.
Der um 1895 zur Kaiserszeit eingeführte Heerestornister (Tornister M1895), war bis in die 1930er Jahre hinein ein absoluter Renner und bestand aus einem mit Stoff verkleideten Holz- oder Geweberahmen. Aus Mangel an Leder, gab es während dem Ersten Weltkrieg die Sparversion aus grauem Baumwollstoff. Im M1895 verpackte man üblich Wäsche und Verpflegung. Dazu kamen Ersatzstiefel und in Fächern wurden kleine Patronenpäckchen verstaut. Des Weiteren wurden am Rucksack noch der graue Militärmantel (Ausführung 1887) und bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges die Zeltbahn M1892 in beiger Farbe angebracht. Die Farbe wechselte ab 1914 zu schilf und grau. Darüber hinaus ließ sich als weitere Ergänzung mit zwei Lederriemen das Kochgeschirr M1910 (nierenförmig, schwarz lackiert) zusätzlich am Rucksack aufsetzten.
Zu Anfang waren jegliche Metallteile am Rucksack noch aus Messing und für die Verbindungsnieten wurde vernickeltes Eisen verwendet. Im Laufe des Ersten Weltkrieges stellte die Produktion aus Kostengründen auf verzinktes, später auf lackiertes Eisen für alle Metallteile um. Diese derartigen Rationalisierungsmaßnahmen waren auch beim Kochgeschirr und dessen Schnallriemen festzustellen. Ab 1915 wurden die bisher naturbelassenen Lederriemen geschwärzt und die anfänglich aus Aluminium hergestellten Beschläge mussten nach und nach billigeren Eisenbeschlägen weichen.
Der Bundesgrenzschutz und die westdeutsche Polizei verwendete sogar noch bis ins Jahr 1980 schwarzlackierte Riemen mit Beschlägen aus Aluminium. Dies zeigt wiederum, wie fortschrittlich die Entwicklung des Rucksack`s in den ersten 20 Jahre des 20. Jahrhunderts schon als ein Teil der Uniform war. Entscheidende Wneiterentwicklungen, wie im Jahre 1950 durch Herrn Ake Nordin aus Schweden, machten eigentlich den Rucksack zu dem, wie wir ihn heute kennen. Um das Gewicht besser verteilen zu können experimentierte er mit Rucksack-Gestellen aus Holz und mit neuen Materialien des Packsacks. Mit der Zeit wurden diese Entwicklungen durch langlebigeres und leichteres Aluminium ersetzt. Der all zu bekannte Trekking-Rucksack war geboren.